Während sich traditionelle Banken wie Deutsche Bank, Commerzbank sowie die meisten Sparkassen und Raiffeisenbanken lange Zeit gelassen haben, Ihr Banking auf mobilen Plattformen weiterzuentwickeln um mit den „FinTech-Startups“ mitzuhalten, gewinnen diese immer mehr Kunden und auch Fans. Doch warum haben die großen Bankhäuser überhaupt den Trend zum mobilen Banking mehr oder weniger verschlafen und haken nun hinterher?

Die Antwort liegt klar in den Strukturen der einzelnen Geldhäuser: Große Banken haben zum Teil mehrere Millionen Kunden und ein breit gestreutes Filialnetz. Die Online-Banking-Systeme sind jedoch zumeist zentral gesteuert und werden nur für die jeweiligen Filialen „gelabelt“. Daher erfordern Umstellungen und Änderungen in den Systemen meistens hohe Kosten und lange „Anlaufphasen“ – von dem Umschulungsaufwand für die Mitarbeiter ganz zu schweigen.

An dieser Stelle haben’s die Startups natürlich einfacher: Sind die Anforderungen des mobile Bankings teilweise direkt in den Businessplan integriert, so werden die Systeme zumeist dem aktuellen Stand entsprechend programmiert. Kunden – insbesondere im jüngeren Alter – werden mit günstigen Kosten und hoher Flexbilität sowie Unabhängig beim Umgang mit dem eigenen Geld auf dem Girokonto gelockt.

Der Erfolg spricht für Bände: Alleine das mittlerweile durchweg bekannte StartUp N26 (früher Number26) hat eigenen Angaben nach über 200.000 Kunden – Wachstum voraus. Das lange Zeit alternativlos gebliebene, vollwertige und komplett über eine App steuerbare Girokonto war für viele Kunden zumindest einen Versuch wert. Systemtechnisch liefen alle Transaktionen über die wirecard-Bank in der Nähe von München. Das Funktionierte und erfreute sich großer Beliebtheit.

Doch auch Schattenseiten hat das „future-Banking“: Im Laufe des Jahres 2016 erhielt das nun N26 Bank GmbH getaufte Geldhaus eine eigene Bankenlizenz – die Trennung von der Wirecard-Bank war die logische Konsequenz. Doch viele User beklagten sich über nicht funktionierende Abläufe, hohen Aufwand und fehlende Bezahlkarten.

Damit wird klar: Das digitale Banking wird weiter immer mehr von – insbesondere jungen – Kunden gefordert. Auch klassische Banken müssen handeln. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Die junge Generation der Bankkunden ist nicht weniger Anspruchslos – vielleicht sogar im Gegenteil: Die Vielfalt der Sozialen Medien verzeihen hier keinen Fehler, Ausfall oder sonstige Probleme bei den Banken.